#Kämpfersau – Wieso es manchmal schwer ist zu kämpfen

Xavier Naidoo brachte es damals in seinem Song „Dieser Weg“ auf den Punkt:

 „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr“

Erst vor ein paar Tagen wurde mir vom Leben mal eben schnell so richtig ins Gesicht geschlagen. Ich wachte morgens auf und wurde von einem starken Schmerz in meinem kompletten Körper begrüßt. Mir war sofort im ersten Moment klar woher dieser kam. Meine Sarkoidose erinnerte mich mal wieder daran, dass ich krank war. Also blieb mir nicht viel übrig, außer mich auf der Arbeit krank zu melden und ein paar Ibuprofen zusammen zu kratzen, die mir gegen meine schmerzen helfen sollten.

Zum Glück war ich an diesem Morgen nicht ganz alleine und mein Freund war Zuhause um mir direkt zu helfen. Er massierte vorsichtig meinen Körper, damit ich mich entspannen konnte und nicht komplett verkrampfte. Obwohl es mir nur eine kleine Linderung brachte, so war ich mehr als glücklich darüber, ihn in diesem Moment zu haben.

Da lag ich also, mal wieder. Gefangen in meinem eigenen Körper. Zu nichts im Stande. Voller schmerzen. Hilflos. Ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass mir diese Situation mehr als gestunken hat. Ich bin eine starke Persönlichkeit. Ich stehe auf meinen eigenen Beinen. Bin von Niemanden – nein rein Niemanden – abhängig. Ich stehe für alles was mit Stärke, Positivität, Selbstliebe und Kampfgeist zu tun hat. Ja und dennoch lag ich da – hilflos.

Genau das sind die Momente in denen ich kämpfe – mit mir und allen Anderen auf dieser Welt. Das sind die Situationen in denen ich kurz hasse – mich, die Krankheit und die Welt. Momente in denen ich mich Frage: „warum ich?“. Was habe ich den so schlimmes in meinem Leben getan? Das ich nun hier liege und mich kaum bewegen kann. Ohne solche schmerzen zu haben, dass ich mir kurz überlege, wie lange ich es aushalte nicht auf die Toilette gehen zu müssen und ob ich es hinauszögern kann, wenn ich einfach nichts esse und trinke.

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ – Bertolt Brecht

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Ja, ich selbst weiß, es ist so viel einfacher in Selbstmitleid zu versinken. Sich einfach hin zu setzen und zu sagen „Ich kann nicht mehr“. Auch ich lasse mich in kurzen Momenten dazu verleiten, so zu denken oder so zu handeln. Aber ich sage euch – die Dinge werden dadurch nicht besser und vor allem ändert sich dadurch nichts. Ihr werdet nicht plötzlich geheilt, eure Situation verbessert sich dadurch nicht – nein im Gegenteil, die Situation in der ihr euch befindet wird dadurch schlimmer. Ihr verliert euch darin – bis ihr irgendwann nicht mehr da seid und nur noch aus dieser einen Sache besteht. Ihr seid dann diese schlechte Situation. Menschen fangen an sich von euch abzuwenden, weil sie nicht mehr wissen wie sie mit dir umgehen sollen – sie sind überfordert. Selbst die euch Engsten.

Warum ich trotz allem eine Kämpfersau bin…

Ich führe jeden Tag einen Kampf. Einen Kampf gegen mich. Ich stehe auf, obwohl mein Körper nicht will. Bewege mich trotz des Schmerzes und ich eigentlich gar keine Lust habe. Ändere meine Ernährung, auch wenn ich mir das so nie vorstellen konnte. Tue Dinge die ich früher nie getan hätte. Ich tue das, weil ich weiß, dass es mir gut tut. Das ich dadurch auf größere Schmerzen, Medikamente oder noch weitere Einschränkungen verzichten kann. Genau DAS gibt mir die Kraft die ich brauche um weiter zu machen. Immer wieder jeden Tag aufs neue. Ich bin stark, weil ich es sein muss – weil ich es will. Ich möchte nicht irgendwann auf mein Leben zurückblicken und bereuen Dinge nicht getan zu haben, weil ich der Meinung war ich könnte das nicht. Ich will es versuchen und erst wenn ich scheitere und es wirklich nicht tun konnte, dann kann ich wenigstens behaupten es versucht zu haben.

Ich möchte euch nichts vormachen. Es ist nicht leicht und manchmal überlege ich wirklich, ob ich nicht einfach aufgeben soll. Es wäre definitiv die einfachere Variante. Es ist nicht immer alles rosarot und ich stehe morgens ganz gewiss nicht auf und bin umzingelt von Wattebäuschchen, zwitschernden Vögeln und ganz viel Glitzer. Aber ich bin inzwischen soweit, dass ich morgens aufwache und mir vornehme einen wunderbaren Tag zu haben – komme was wolle und wenn der Tag nicht so gut läuft, habe ich immer noch den Nächsten.

In jedem steckt ein Kämpfer!

Meiner Meinung nach steckt in jedem von uns ein Kämpfer. Wir müssen nur unseren Weg dorthin finden. Manche haben einen längeren und steinigen Weg vor sich als Andere. Aber lasst euch davon nicht einschüchtern, sondern nehmt die Herausforderung an und kämpft. Den der Erfolg solcher Herausforderungen hinterlässt viel mehr positive Erinnerungen als eine kampflose Niederlage negative.

Ja es wird immer Momente geben in denen ihr kurz davor seid einfach aufzugeben und alles hin zu schmeißen. An genau diesen Tagen wird es besonders schwer sein „stark“ zu sein. Lasst euch von euren Freunden und Familien unterstützen, denn wenn ihr Hilfe annehmt macht euch das nicht schwach. Es benötigt Stärke Hilfe zuzulassen.

Geht an jeden Tag so ran als sei es ein neuer. Denkt nicht darüber nach, was in der Vergangenheit war. Welcher besser oder schlechter war. Sondern beginnt jeden Tag wie ein neuer Tag und zieht das beste daraus. Macht worauf ihr Lust habt und lasst euch durch nichts und Niemanden bremsen! Wenn ihr es wollt dann schafft ihr es auch!

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Ich wünsche euch da draußen nur das beste und hoffe ihr habt die Kraft die ihr braucht! Und denkt daran, es gibt immer einen Menschen der mit dir fühlt, leidet, kämpft und dasselbe Schicksal teilt. Gebt euch gegenseitig kraft – redet miteinander. Teilt eure Erfahrung. Es hat noch nie jemandem gut getan nur für sich allein zu sein.

 

 

 

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